Sie sind hier:  Startseite/ Kirchenmusik/ Orgelarchiv/ Orgeleinweihung Johanneskapelle
     Mühleisenorgel der Johannes-Kapelle wird eingeweiht:
Dezember 2002

Französisches Schmuckstück
 

MÜNSTER Münster ist um eine wunderschöne Orgel reicher geworden.
An diesem Sonntag wird in der frisch restaurierten Johannes-Kapelle an der
Bergstraße die Mühleisen-Orgel eingeweiht.

Es ist vermutlich die erste fest installierte Orgel in dieser 700 Jahre alten Kirche,
wie Apostel-Kantor und Kirchenmusikdirektor Klaus Vetter zu berichten weiß.
Bei der Realisierung dieses Projektes ist nicht nur deshalb darauf geachtet worden,
in den relativ kleinen Kirchenraum ein besonders gutes Instrument zu bauen.
Die Orgel sollte nicht zuviel Platz beanspruchen und über möglichst viele weiche
und tragende Klangfarben verfügen“, so Vetter weiter.

Die renommierte Straßburger Orgelbaufirma Mühleisen hat mit dem zweimanualigen
und 20 Register großen Instrument eine Orgel gebaut, die sich optisch hervorragend
in den Kirchenraum einfügt und über einen exquisiten Klang verfügt.
Die barocke Disposition ist durch zwei romantische“ Register (Gambe und Voix Céleste)
ergänzt worden, die die Palette der leisen Klangfarben über den üblichen Rahmen
eines solchen Instrumentes hinaus erweitern. Die Flöten und Aliquoten im Schwellwerk
sind sehr weit mensuriert, wodurch sie besonders weich sind. Auch die Prinzipale klingen
sehr sanft, ohne dabei ihre tragende Funktion zu verlieren. Daneben verfügt das Instrument
aber auch über eine strahlende Mixtur, die nie aufdringlich klingt, und eine wunderschöne
französische Trompete, die im Diskant und Bass verschiedene Kehlen hat.
Überhaupt klingt das Instrument sehr französisch und ist wie geschaffen für die Interpretation
französischer Barock-Literatur.

Das nach barocken Vorbildern gefertigte Gehäuse aus Eichenholz wirkt durch seine
ungewöhnliche Tiefe von nur 90 Zentimetern und die Höhe von 6,30 Meter sehr filigran.
Der Spieltisch steht vor der Orgel, wobei der Organist - auch das ist ungewöhnlich - mit
dem Rücken zum Schwellwerk sitzt. Die Orgel verfügt über eine rein mechanische Traktur
und vier Transmissionen, wodurch wiederum Platz gespart wurde und die dem Hauptwerk
ein 16-Fuß-Register (Bourdon) bescheren. Auch das ist eher ungewöhnlich für ein
Instrument dieser Größe.  Eingeweiht wird die Mühleisen-Orgel an diesem Sonntag mit
einem Konzert um 16.30 Uhr. Kantor Klaus Vetter, der sich übergens sehr über dieses
rund 300.000 Euro teure und allein aus Spenden finanzierte Instrument freut, wird
Choralbearbeitungen über Nun komm der Heiden Heiland“ u.a. von Bach, Reger, Dupré
und Brosig, sowie freie Orgelwerke von Bach (Concerto G-Dur) und Stanley (Voluntary in C)
spielen. Natürlich ist mit Clérambaults Suite du deuxième ton“ auch ein französisches
Barockwerk im Programm. Spätestens hier werden die Qualitäten der Mühleisen-Orgel
offenbar werden. Stephan Oerter

Die Konzertreihe wird an den kommenden drei Adventssonntagen jeweils um 16.30 Uhr
fortgesetzt: Am 8. Dezember spielt Prof. Dr. Martin Blindow, am 15. Dezember Ellen
Beinert und am 22. Dezember Winfried Berger. Der Eintritt ist frei.
 

Kreiskantor KMD Klaus Vetter