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     Clavierübung November 2004:

Konzert mit dem Westfälischen Kammerchor und Orgel

Im Jubiläumsjahr „200 Jahre Protestanten in Münster“ gelangten in
der Apostelkirche mit der Clavierübung III und der h-Moll-Messe
 zwei Werke der letzten und reifsten Schaffensperiode Bachs zur
Aufführung, die von der tiefen Verbundenheit Bachs mit der
lutherischen Theologie zeugen.

Die Veröffentlichung der Clavierübung III im Jahre 1739 hatte
ihre besondere Bedeutung wegen drei mit der Reformation zu-
sammenhängenden Festen: 25. Mai (200-Jahrfeier der Predigt
Luthers in St. Thomae), 12. August (200-Jahrfeier der Augsburger
Konfession) und 31. Oktober (Reformationsfest). Sie war Bachs
erste Druckveröffentlichung eines Orgelwerkes.
Die Bezeichnung „Übung“ ist nicht im Sinne von „Übung macht
den Meister“, sondern es ist der Meister, der die Übung macht:
Bach gibt Beispiele höchster Kunstfertigkeit denen Liebhabern
und besonders denen Kennern von dergleichen Arbeit zur Ge-
müths Ergezung.
Dazu gehört auch die Symbolik, die die musikalische Aussage
vertieft, besonders die der Trinität.

Alle von Bach verwendeten Melodien sind bis heute im Evan-
gelischen Gesangbuch enthalten, allerdings sind viele heute
ebenso wenig bekannt, wie die Kenntnis der Symbole und ihre
Verbindung zur reformatorischen Theologie. Daher wurden in
der Aufführung den Orgelbearbeitungen die zugrunde liegenden
Choralmelodien sowohl einstimmig als auch in Sätzen aus Bachs
Kantaten und Oratorien vorangestellt. In einem Programmheft gab
Klaus Vetter ausführliche Erläuterungen. 
DerWestfälische Kammerchor sang unter Leitung von Markus
Föhrweißer, Kantor Klaus Vetter spielte die Orgel.