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     Theater und Kirche in der Apostelkirche:

.... Abends ins Theater,
morgens in den Gottesdienst.
 
 
Predigten zu aktuellen
Aufführungen des Theater Münster
jeweils um 10.00 Uhr in der Apostelkirche.

Die nächsten Termine hier

Sonntag, den 30.04.2017
"Der Freischütz" (Carl Maria von Weber)
Predigt: Pfarrer Thomas Groll

Sonntag, den 19.02.2017
"Die heilige Johanna der Schlachthöfe" (Bertolt Brecht)
Predigt: Pfarrer Hartmut Hawerkamp

Sonntag, den 11.12.2016
"Ronja Räubertochter" (Astrid Lndgren)
Predigt von Pfarrer Dr. Jens Dechow

Sonntag, den 06.11.2016
"Martinus Luther"  (John von Düffel)
Die Predigt von Pfarrerin Dr.Friederike Barth

Sonntag, den 17.04.2016
"Der Stellvertreter"
Die Predigt von Prof. Dr. Hubert Wolf

Sonntag, den  21.02.2016
"Homo Sacer/Sacre"
Die Predigt von Pfarrerin Dr. Friederike Rüter

Sonntag, 25.01.2015
"Carmen"
Die Predigt von Pfarrer Jan-Christoph Borries

Sonntag, 09.11.2014
"Platonow"
Die Predigt von Pfarrer Thomas Groll

Sonntag, 23.02.2014
"Das Schloss" 
Die Predigt von Pfarrer Dr. Oliver Kösters

Sonntag, 19.01.2014
"Die Zauberflöte"
Die Predigt von Pfarrer Günther Barenhoff

Sonntag, 03.11.2013
"Liebe und Information"
Die Predigt von Pfarrer Werner Schiewek

Sonntag, 13.10.2013
"Hamlet"
Die Predigt von Superintendentin Meike Friedrich

Sonntag, 30.06.2013
"Salome"
Die Predigt von Pfarrer Jan-Christoph Borries

Sonntag, 02.06.2013
"Unschuld" 
Die Predigt von Pfarrer Heinrich Kandzi

Sonntag, 14.04.2013
"Neues vom Tage
Pfarrer Rainer Timmer

Sonntag, 20.05.2012
"Romeo und Julia"
Pfarrerin Jutta Neumann

Sonntag, 12.02.2012
"La Traviata"
Die Predigt von Pfarrer Günther Barenhoff

Sonntag, 13.03.2011
"Gespräche der Karmeliterinnen - Die Letzte am Schafott"
Die Predigt von Pfarrer von Pfarrer Jan-Christoph Borries

Sonntag, 10.04.2011
"Woyzeck"
Die Predigt von Pfarrerin E. Schweizer

Sonntag, 14.11.2010
"Hiob"
Die Predigt von Pfarrer Thomas Groll

Sonntag, 04.07.2010
"Eine Familie"
Die Predigt von Pfarrer Thomas Groll

Sonntag, 09.05.2010
"Der Besuch der alten Dame"
Die Predigt von Superintendent Prof. Dr. Dieter Beese

Sonntag, 28.02.2010
"Lulu"
Die Predigt von Pfarrerin Dr. Rüter

Sonntag, 08.11.2009
"Don Carlos"
Die Predigt von Pfarrer Krefis

Sonntag, 26.02.2009
"Haram"
Die Predigt von Pfarrerin Neuhaus-Dechow

Sonntag, 12.10.2008
"Der eingebildete Kranke"
Die Predigt von Pfarrer Groll


 
Rückblick auf Theater und Kirche am 27.08.2006
August Everding, Theater-Intendant mit westfälischen Wurzeln, soll einmal gefragt worden sein, was für ihn die wichtigsten Themen auf dem Theater seien. Er soll geantwortet haben: Es gibt nur zwei wichtige Themen: Die Liebe. Der Tod.
Ob es am Thema liegt? Jedenfalls gibt es seit Längerem eine schöne Zusammenarbeit zwischen den Städtischen Bühnen Münster und der Evangelischen Kirche in Münster. Immer wieder hat es schon einzelne Kooperationen gegeben. Seit Langem besteht die ökumenische Christliche Theatergemeinde. Anstoß zur Ausweitung war die Spielzeit 2001/2002, die um Fragen nach dem "Glauben" zentriert war. Und der Anstoß kam vom Theater! 
Inzwischen gibt es einen gemeinsamen Denk-, Gesprächs- und Arbeitskreiskreis mit Bistum und Kirchenkreis und regelmäßige Arbeitsbesprechungen bei der Apostel-Kirchengemeinde.
Großprojekt war die (ökumenische) Produktion zu den 10 Geboten im Jahr des Bistums-Jubiläums, verteilt auf mehrere Spielorte der Innenstadt: Kirchen, das Kleine Haus der Städtischen Bühnen, Landgericht, ein Kaufhaus bis hin zu aufgegebenen, leeren Bahngebäuden. Etwas Ähnliches ist jetzt in Planung mit dem Projekt "Kultur der Barmherzigkeit", angeregt durch die ökumenische Denkschrift von 1997 "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit".
Regelmäßig durchgeführt wird nun seit schon sechs Jahren die Gottesdienstreihe "Abends ins Theater, morgens in den Gottesdienst" in der Apostelkirche.
Die Liebe und der Tod! Meine Frage ist nicht mehr: Warum gibt es die Zusammenarbeit von Bühne und Kirche? Sondern die: Warum nicht schon früher und selbstverständlich?
Wenn es denn um die Liebe geht und den Tod: Kaum eine Theaterproduktion die sich nicht mit Religion, Kultus, Glauben in irgendeiner Weise befasst, befassen muss, damit spielt, in Frage stellt.
Viele Stücke zitieren, interpretieren, kritisieren die Bibel, oder doch biblische Tradition. Sie kennen es ja, Bert Brecht: "... Sie werden lachen, die Bibel!",
"Glauben", "Macht", "Heimat" waren Leitbegriffe der vergangenen Jahre für die Saison der Städtischen Bühnen. Immer wieder geht es natürlich um die Vertracktheit menschlicher Beziehungen. Mir persönlich ist aus der Arbeit in besonderer Erinnerung:
"Du bist meine Mutter", ein Ein-Personenstück im Rahmen der 10-Gebote-Produktion. Es geht um den Besuch des Sohnes bei der demenzkranken Mutter im Altenheim, gespielt im Chorraum der Apostelkirche 
Sehr authentische Predigten des Superintendenten des Ev. Kirchenkreises Münster zu Shakespeare'schen Königen und Herzögen - um Macht, Wahrhaftigkeit, Tragik dieser Gestalten.
Die Beschäftigung mit "4.48 Psychose" von Sarah Kane, wegen der vielfältigen Zusammenarbeit, die sich ergab.
Das Thema von Heimat und Fremde in einem Gottesdienst mit Predigt und Musik zu Schuberts Winterreise, getanzt im Tanztheater.
Die Dialogpredigt eines Pfarrehepaares zu "Szenen einer Ehe".
Die Deutung der Dreigroschenoper und ihrer Firma "Bettlers Freund" durch den Leiter einer großen Diakonischen Einrichtung.
Vielleicht fragen Sie jetzt bei dem allen: Heinrich, wie hältst du's ... nicht nur mit der Religion? Auch mit der Theologie?
Das theologische Navigationssystem gibt ein klares Ziel vor: Das Evangelium.
Und das Ziel hilft dann auch bei der Navigation: Um Tod und Liebe, Dramen, Komödien, Tragikomödien des Lebens, Caritas und Amor.
Es geht nicht darum, hier im Theater zu fragen und dort in der Kirche zu antworten. Beide fragen. Beide achten auf Worte, auf Antworten in den Worten.
Ich lade ein zu den nächsten Predigten (sehr gern auch hier ins Theater, ich freue mich, dass ich hier so viele engagierte Leute kennen gelernt habe), allesamt zu Beziehungsstücken: Fidelio, Betrogen, Kabale und Liebe, Don Giovanni. Alle handeln von der Liebe. Das letzte endet nicht nur mit dem Tod, sondern mit einer Höllenfahrt. Aber zum Glück ist es ja nur Theater. Und wir können uns noch einmal belehren und bewegen lassen, für das Leben.
(Heinrich Kandzi)